Karakul Circulations

Ethnografische Annäherungen an koloniale Genealogien des Wissens

Autor/innen

  • Katharina Schramm Uni Bayreuth

DOI:

https://doi.org/10.60789/921208

Schlagworte:

Kolonialismus, Gewalt, dekoloniale Praxis, Kollaboration, Namibia, Mensch-Tier-Beziehungen, dekoloniale Epistemologie, ethnographische Repräsentation, ethnographische Präsenz, ethnographische Beschreibung

Abstract

Grundlage dieses Artikels ist ein kollaboratives Forschungsprojekt, in dem wir uns mit den historischen und gegenwärtigen Spuren kolonialer Gewalt in Namibia beschäftigen. Dabei nehmen wir (Memory Biwa, Eleanor Schaumann und ich) eine Multi-Spezies-Konfiguration in den Blick, die Deutschland, Namibia und Südafrika miteinander verbindet und auf vielschichtige Weise die Grenzen zwischen Mensch und Tier, Agrarökonomie und kolonialer Rassewissenschaft berührt. Im Mittelpunkt des Projektes steht die Überformung der südnamibischen Landschaft durch die koloniale Landnahme und die massive Ansiedlung von Karakulschafen als zentralem Exportprodukt für die globale Pelzindustrie („Persianer“), wobei genozidale und epistemische Gewalt eng miteinander verschränkt waren und bis heute nachhallen. Wie aber lassen sich diese Konstellationen untersuchen, ohne die Gewalt zu reproduzieren? In unserem Projekt bringen wir historische, ethnographische und künstlerische Positionen zusammen, um die mit Karakul verbundenen kolonialen Wissensgenealogien aufzuzeigen und gleichzeitig zu irritieren. In meinem Beitrag stelle ich unsere Zusammenarbeit entlang der Pfade vor, denen wir in unserer Forschung gefolgt sind. Ich reflektiere über die Möglichkeiten einer dekolonialen (Wissen-)Praxis anhand dreier Aspekte der ethnographischen Wissensproduktion: a) die ethnographische Präsenz, b) die ethnographische Beschreibung und c) die ethnographische Repräsentation.

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Veröffentlicht

2026-04-23

Zitationsvorschlag

Schramm, K. (2026). Karakul Circulations: Ethnografische Annäherungen an koloniale Genealogien des Wissens. Berliner Blätter, 92, 22–38. https://doi.org/10.60789/921208

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