Ethnographische Regimeanalyse in Zeiten der Desintegration

Autor/innen

DOI:

https://doi.org/10.60789/921211

Schlagworte:

Regime, Grenze, Migration, Europäisierung, Desintegration, Ethnographie

Abstract

Die ethnographische Grenzregimeanalyse nimmt ihren Anfang zur Zeit des Entstehens einer europäischen Migrations- und Grenzpolitik ab Beginn der 2000er Jahre. Damit folgt sie einer Entwicklung in den kultur- und sozialanthropologischen Disziplinen ab den 1990er Jahren, Prozesse wie Globalisierung und Europäisierung in den Blick zu nehmen.

Eine Fragestellung der ethnographischen Grenzregimeanalyse widmete sich der Herstellung von Kohärenz und stabilisierten Zonen der Kontrolle. So konnten etwa neue Künste, Modi und Praktiken des Regierens in und von Europa gezeigt werden. Gegenwärtig ist jedoch ein zunehmender Einfluss rechter und extrem rechter Parteien in Europa spürbar. Dieser findet seinen stärksten Ausdruck im Bereich der Migrations- und Asylpolitiken. Das Ziel dieser rechten Formation ist eine grundlegende Rekonfiguration des europäischen Projektes im Sinne einer europäischen Konföderation. Damit muss gegenwärtig von desintegrativen Dynamik ausgegangen werden, Versuche, Kohärenz herzustellen, schwinden.

Der vorliegende Beitrag fragt anlässlich dieses Befundes, was dies für die Methode der ethnographischen Grenzregimeanalyse bedeutet. Er schlägt vor, drei Prozessen zu folgen, die aktuell beobachtbar sind und die potentiell auf neue, emergente Muster der Kohärenz verweisen: die Aushandlung des Verhältnisses von Politik und Recht, die Entstehung eines anderen europäischen Projektes sowie die Formierung eines europäischen Rassismus.

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Veröffentlicht

2026-04-23

Zitationsvorschlag

Kasparek, B. (2026). Ethnographische Regimeanalyse in Zeiten der Desintegration. Berliner Blätter, 92, 133–148. https://doi.org/10.60789/921211

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