EthnoGraphic Short Stories als Modus der (Re-)Präsentation
Reflexivität, Gewalt und Kritik in der Auseinandersetzung mit Kriminalisierung als Regierungsstrategie
DOI:
https://doi.org/10.60789/921212Schlagworte:
Repräsentation, Performativität, Visualisierung, Gewalt, Reflexivität, Graphic NovelAbstract
Das Projektteam CrimScapes: Navigating Citizenship through European Landscapes of Criminalisation hat Vignetten der eigenen Forschung als Sammlung von Graphic Short Stories erstellt. Alle sieben Geschichten behandeln Strategien der Navigation von Unsicherheiten, wie wir sie im Rahmen der ethnographischen Forschung in den untersuchten Feldern der Kriminalisierung, darunter Hate Speech, Sexarbeit, Migration, Gefängnis, Freiheitsersatzstrafe und Drogengebrauch, vorgefunden haben. Die Übersetzung unserer ethnographischen Forschung in Comics hat das Potenzial, ein breiteres Publikum zu erreichen und in der dichten Verbindung von Wort und Bild eine einzigartige Perspektive auf komplexe Dynamiken der Feldforschung, wie Subjektivität, Affekt und Gewalt, zu bieten. Darüber hinaus ermöglicht die zwangsläufige Vermischung von Dokumentation und Fiktion eine kreative und produktive Auseinandersetzung mit Forschungsfeldern, die in besonderer Weise moralisch aufgeladen sind. Es ist jedoch auch herausfordernd, die politischen und ethischen Implikationen des visuellen Geschichtenerzählens im Auge zu behalten. In unserem Beitrag gehen wir dieser Frage nach den Möglichkeiten und Grenzen von ethnoGraphic Novels genauer nach. Da wir die Visualisierungen nicht als bloße Repräsentationen, sondern als performativ wirksame Konstruktionen sozialer Erfahrungen verstehen, ist die Frage relevant, welche Aspekte wie berücksichtigt und bewertet wurden. Für diesen Text greifen wir die Darstellung von Drogenkonsum von Content-Moderator:innen heraus, die bei ihrer täglichen Arbeit mit enormen Mengen an Hass und Gewalt im Internet konfrontiert sind. Was macht die Übersetzung in Bildergeschichten mit ethnografischem Wissen, welche Möglichkeiten bietet das Genre, welche Grenzen setzt es – und wie können politische und forschungsethische Überlegungen aus der Feldforschung sichtbar gehalten werden?
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