Zersetzung und Refiguration
Autoritäre Transformationen ethnografieren
DOI:
https://doi.org/10.60789/921222Schlagworte:
Polen, Transformation, Demokratie-Autoritarismus-Matrix, Grenze, Recht, politischer KörperAbstract
Wie lassen sich zeitgenössische autoritäre Transformationen ethnografisch untersuchen? Ausgehend von Feldforschungen in Polen entwickelt der Beitrag die analytische Figur der Demokratie-Autoritarismus-Matrixund schlägt vor, politischen Wandel als ein Wechselspiel zwischen Zersetzung und Refiguration zu beleuchten. Konzeptionell stützt er sich auf Ansätze der kultur- und sozialanthropologischen Transformationsforschung und insbesondere auf Saskia Sassens „Analytik des Wandels“, die hier in eine ethnografische Perspektive übertragen wird. Der Beitrag diskutiert die methodischen Herausforderungen ethnografischer Forschung in polarisierten Feldern, in denen die Grundbegriffe des Politischen selbst umstritten sind. Die Refigurationen dreier „transhistorischer Komponenten“ – Grenze, Recht und politischer Körper – dienen als analytische Linse, um die Etablierung eines sanft-autoritären Regierungsmodus nachzuzeichnen. Durch diese Analyse werden zeitgenössische Verschiebungen innerhalb der Demokratie-Autoritarismus-Matrix sichtbar, die – auch über die Regierungszeit autoritärer Populisten hinaus – auf eine tiefgreifende autoritäre Transformation liberaler Demokratien hindeuten.
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