Qualitätssicherung & Begutachtungsprozess
Einzelne Themenhefte der Berliner Blätter werden in der Regel von einem Team von Gastherausgeber*innen konzipiert und erarbeitet, das durch die Redaktion eng betreut wird. Die Themen basieren teilweise auf Workshops (z. B. Band 86, „Food lokal/global“), Konferenzen und Tagungen (beispielsweise Band 72, „Wie plant die Planung?“), auf Formaten des forschenden Lernens im Masterstudiengang, sogenannten Studienprojekten (z. B. Band 66, „Alltag der Psychiatrie im Wandel“ oder Band 76, „Transparenz“), oder sie greifen aktuelle Fachdiskussionen auf (z. B. Bände 82–85). Aus den eingereichten Themenvorschlägen wählt die Redaktion nach folgenden Kriterien aus:
- Aktualität und Originalität des Themas sowie Relevanz für den aktuellen Fachdiskurs
- Qualität des Konzepts und inhaltliche Qualifizierung des Themas
- Zusammenstellung der für das Themenheft geplanten Beiträge
- Expertise der Gastherausgeber*innen
Die Gastherausgeber*innen werden bei der Konzeption und Umsetzung des Bandes betreut und beraten, z. B. indem Schärfungen des Titels und/oder des konzeptionellen Rahmens vorgeschlagen werden oder die Suche nach Autor*innen unterstützt wird, beispielsweise via Open Call oder gezielte Anfragen an potenzielle Autor*innen, die zum Thema des Hefts arbeiten. Der Entstehungsprozess des Hefts wird von mindestens zwei Personen aus der Redaktion durchgehend begleitet, auch um die Einhaltung formaler, inhaltlicher, ethischer und technischer Vorgaben zu garantieren.
Begutachtungsformen
Alle begutachteten Forschungsbeiträge durchlaufen vor der Veröffentlichung ein mehrstufiges Qualitätssicherungsverfahren. Für jede Ausgabe wird in Abstimmung zwischen den Gastherausgeber*innen und der Redaktion festgelegt, ob die begutachteten Beiträge im Verfahren des Peer Review oder im Verfahren des Editorial Review geprüft werden. Die Begutachtung berücksichtigt bei beiden Varianten insbesondere wissenschaftliche Qualität, Originalität und Relevanz des Beitrags, Nachvollziehbarkeit von Material und Argumentation, methodische und ethische Reflexivität, Bezug zum thematischen Profil der Ausgabe sowie Passung zum Profil der Zeitschrift. Die abschließende inhaltliche und formale Prüfung aller Beiträge liegt bei der Redaktion.
Beim Peer Review wird jeder zu begutachtende Forschungsbeitrag von mindestens zwei unabhängigen fachlich qualifizierten Gutachtenden geprüft. Das Peer Review kann einfach (anonyme Reviewer:innen) oder doppelt anonymisiert (anonymisierte Autor:innen und Reviewer:innen) durchgeführt werden. Die jeweils angewandte Form wird beim veröffentlichten Beitrag ausgewiesen.
Beim Editorial Review wird jeder zu begutachtende Forschungsbeitrag von mindestens zwei fachlich qualifizierten Editor*innen geprüft. Die Evaluation von Beiträgen, die von den Gastredakteur*innen selbst stammen, erfolgt durch unabhängige Gutachter*innen.
Anteil begutachteter Heftbeiträge von redaktionsbeteiligten Personen
Die Berliner Blätter unterscheiden aktuell zwischen begutachteten Beitragsformaten und redaktionell geprüften Formaten. Zu den begutachteten Formaten zählen Forschungsartikel, Problemskizzen und Essays sowie ethnographische Szenen; redaktionell geprüft werden insbesondere Einleitungen, Gespräche und Interviews, Rezensionen, Tagungsberichte sowie künstlerische Interventionen.
Der Anteil begutachteter Heftbeiträge, bei denen Gastherausgeberinnen des jeweiligen Themenhefts, Mitglieder der Redaktion oder andere am redaktionellen Prozess beteiligte Personen als Autorinnen beteiligt sind, wird je Ausgabe geprüft und auf höchstens 25 Prozent der begutachteten Beiträge begrenzt.
Beitragsformate und Begutachtung
Im Folgenden werden die Beitragsformate der Berliner Blätter näher beschrieben. Sie tragen unterschiedlichen Formen ethnographischen Arbeitens Rechnung und werden in der Online-Ausgabe entsprechend ausgewiesen. Die angegebenen Seiten- und Zeichenzahlen beziehen sich jeweils auf den gesamten Beitrag einschließlich Abstract, biographischer Angaben und Literaturverzeichnis.
Begutachtete Beitragsformate
Forschungsartikel (15-20 Seiten, ca. 65.000 Zeichen incl. Leerzeichen)) sind wissenschaftliche Originalbeiträge, die auf empirischer Forschung, theoretischer Analyse, methodologischer Reflexion oder einer systematischen Auseinandersetzung mit fachlichen Debatten beruhen. Forschungsartikel durchlaufen vor der Veröffentlichung ein Begutachtungsverfahren.
Problemskizzen und Essays (max. 15 Seiten, 50.000 Zeichen) sind kürzere wissenschaftliche Beiträge, die ein empirisches, theoretisches, methodisches oder gesellschaftspolitisches Problem pointiert erschließen und zur Diskussion stellen. Sie können explorativer angelegt sein als Forschungsartikel, müssen aber eine nachvollziehbare wissenschaftliche Argumentation entwickeln. Problemskizzen durchlaufen vor der Veröffentlichung ein Begutachtungsverfahren.
Ethnographische Szenen (max. 12 Seiten, ca. 40.000 Zeichen) sind materialnahe Beiträge, die ethnographische Beobachtungen, Situationen, Feldausschnitte oder analytische Miniaturen präsentieren und wissenschaftlich reflektieren. Sofern sie als forschungsbasierte Beiträge erscheinen, durchlaufen sie vor der Veröffentlichung ein Begutachtungsverfahren.
Redaktionell geprüfte Formate
Redaktionell geprüfte Formate werden vor der Veröffentlichung durch die Redaktion inhaltlich, formal und ethisch geprüft. Die Redaktion kann Überarbeitungen verlangen oder Beiträge ablehnen.
Einleitungen (5-10 Seiten, 25.000 Zeichen) führen in die jeweilige Ausgabe ein, rahmen das Thema und erläutern die Zusammenstellung der Beiträge. Sie werden redaktionell geprüft, aber nicht als begutachtete Forschungsbeiträge ausgewiesen. Entscheiden sich die Gastherausgeber*innen eine längere Einleitung im Sinne eines eigenständigen Forschungsbeitrags, wird die Einleitung wie ein Forschungsartikel behandelt und entsprechend einem review-Verfahren unterzogen.
Gespräche und Interviews (ca. 10 bis max. 15 Seiten, max. 50.000 Zeichen): In dieser Rubrik erscheinen Gespräche und Interviews mit Wissenschaftler*innen, Kulturschaffenden, Praktiker*innen oder anderen Akteur*innen zu laufenden Forschungen, fachlichen Positionen, gesellschaftlichen Debatten oder institutionellen Entwicklungen. Gespräche und Interviews werden redaktionell geprüft, aber nicht als begutachtete Forschungsbeiträge ausgewiesen.
Rezensionen, Tagungsberichte und vergleichbare Formate (3-5 Seiten, max. 18.000 Zeichen) werden redaktionell geprüft, aber nicht als begutachtete Forschungsbeiträge ausgewiesen.
Künstlerische Interventionen – in medialer oder geschriebener Form – werden in Hinblick auf ihre passförmigkeit zum jeweiligen Themenschwerpunkt vom Editorial Team geprüft. Gewünscht/Möglich ist ein kurzer erläuternder Text, der diese Beiträge knapp einordnet.
