Berliner Blätter http://www.berliner-blaetter.de/index.php/blaetter <div id="magicdomid123" class=""><span class="author-a-c5kz89zz86zz85zz84z9iz83zwz80z0hrz82z">Seit 1997 gibt die Gesellschaft für Ethnographie gemeinsam mit dem Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin die </span><span class="author-a-c5kz89zz86zz85zz84z9iz83zwz80z0hrz82z i"><em>Berliner Blätter. Ethnographische und ethnologische Beiträge</em></span><span class="author-a-c5kz89zz86zz85zz84z9iz83zwz80z0hrz82z"> heraus. </span><span class="author-a-z66zz78zz82zz70z5oz87zz76zejsz84zz65zez70zq">Als etablierte Zeitschrift bieten die Berliner Blätter eine Plattform für aktuelle wissenschaftliche und gesellschaftspolitische Debatten in den deutschsprachigen Disziplinen der (Europäischen) Ethnologie, der Kultur- und Sozialanthropologie und der empirischen Kulturwisenschaft. Sie zeichnen sich als ein Forum für ethnographisch informierte wissenschaftliche Reflexionen und Diskussionen aktueller theoretischer, methodologischer und gesellschaftspolitischer Fragen aus. Thematisch gebündelt werden hier Vorträge, ethnographische Skizzen, Forschungsergebnisse, Aufsätze, Interviews und Tagungsberichte veröffentlicht. </span></div> <div class=""> </div> <div id="magicdomid125" class=""><span class="author-a-z66zz78zz82zz70z5oz87zz76zejsz84zz65zez70zq">Gelesen von Kultur- und Sozialwissenschaftler*innen, Kulturschaffenden und ethnographisch Interessierten und herausgegeben von Professor*innen, Nachwuchswissenschaftler*innen und Studierenden führen die Berliner Blätter nicht nur fachinterne Debatten weiter, sondern spiele</span><span class="author-a-c5kz89zz86zz85zz84z9iz83zwz80z0hrz82z">n</span><span class="author-a-z66zz78zz82zz70z5oz87zz76zejsz84zz65zez70zq"> diese auch</span><span class="author-a-c5kz89zz86zz85zz84z9iz83zwz80z0hrz82z"> in</span><span class="author-a-z66zz78zz82zz70z5oz87zz76zejsz84zz65zez70zq"> berufliche und studentische Alltage hinein. </span></div> Gesellschaft für Ethnographie de-DE Berliner Blätter 1434-0542 Kooperieren – Kollaborieren – Kuratieren http://www.berliner-blaetter.de/index.php/blaetter/article/view/1107 <p>Mit den Begriffen „Kooperieren“, „Kollaborieren“ und „Kuratieren“ nähern wir uns den verschiedenen Modi der Zusammenarbeit in der ethnografischen Forschung, wie sie in diversen Feldern, in der Interaktion zwischen verschiedenen Akteur*innen und mit unterschiedlichen Zielsetzungen praktiziert werden. In der Einleitung zu dem Themenheft verfolgen wir weniger den Anspruch einer klaren Definition und Konturierung dieser Begriffe. Vielmehr bündeln wir fortlaufende methodologische, ethische und epistemologische Diskussionen überblicksartig, um die unterschiedlichen Möglichkeiten aufzufächern, mit denen ethnografische Forschung in gegenwärtige gesellschaftliche Debatten und Prozesse hineinwirken kann. Die Diskussion der unterschiedlichen Formen des ethnografischen Zusammenarbeitens steht sechs Aufsätzen voran, die ausschnitthaft Einblicke in Formen der Zusammenarbeit gewähren, wie sie am Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin durchgeführt werden. Der einleitende Überbick sowie der gesamte Band sind als Einladung zu verstehen, die Möglichkeiten und Grenzen produktiver Formen der Zusammenarbeit zu diskutieren und dabei die gegenwärtigen Herausforderungen ethnografischer Arbeit und gesellschaftlichen Zusammenlebens anzunehmen und zur eigenen Aufgabe zu machen.</p> Janine Hauer Friederike Faust Beate Binder Copyright (c) 2021 Berliner Blätter 2021-02-01 2021-02-01 83 3 17 Geschlechtliche Zusammen_Arbeit http://www.berliner-blaetter.de/index.php/blaetter/article/view/1084 <p>Bezugnehmend auf Ansätze queerer und feministischer Ethnografie, widmet sich der Artikel der methodologischen Frage, wie Care als eine machtkritische methodologische Praxis genutzt werden kann, um geschlechtlicher Vielfalt gerecht zu werden. Grundlage bildet mein Dissertationsprojekt, welches ethnografisch kollektive Care-Praktiken jenseits von Cis- und Heteronormativität in den Blick nahm. Ich untersuche konkrete Fürsorge- und Selbstsorgepraktiken von Personen, die sich als trans und/oder als nicht-binär identifizieren, und frage, wie Care jenseits cis- und heteronormativer Modelle organisiert und transformiert wird.</p> Francis Seeck Copyright (c) 2021 Berliner Blätter 2021-02-01 2021-02-01 83 19 27 Ethnografisch-anthropologische Forschung in, zu und mit Unternehmen http://www.berliner-blaetter.de/index.php/blaetter/article/view/1099 <p>Im Zuge methodologischer Diskussionen zur Zusammenarbeit zwischen Ethnograf*innen und Feld werden Unternehmen für gewöhnlich nicht als potentielle Partner und Ko-Diskutanten in Betracht gezogen. Ausgehend von einer Beleuchtung der sozialtheoretisch begründeten und forschungspraktisch verstärkten Gründe für diese Skepsis, fokussiert dieser Beitrag die Bedingungen für solche Kollaborationsbeziehungen. Dazu werden im ersten Schritt drei etablierte Formen ethnografischer Forschung erörtert, die sich inmitten privatwirtschaftlicher Kontexte entfaltet: eingebettete Ethnografie im Auftrag der Unternehmen selbst, akademisch situierte Organisationsethnografie sowie ethnografisch-anthropologische Untersuchungen von Phänomenen, die das zeitgenössische Zusammenleben und Wirtschaften ordnen. Die darin sichtbar werdenden methodologischen Besonderheiten und Herausforderungen werden anschließend am konkreten Beispiel einer multi-stationären ethnografischen Studie in der Lebensmittelbranche diskutiert. Daraus abgeleitete Überlegungen und Vorschläge komplettieren ein Plädoyer für dezidierte ethnografisch-anthropologische Aufmerksamkeit gegenüber privatwirtschaftlichen Akteuren als ethnografischen Gegenübern und möglichen Forschungspartnern.</p> Ruzana Liburkina Copyright (c) 2021 Berliner Blätter 2021-02-01 2021-02-01 83 29 47 Reibung als Potential http://www.berliner-blaetter.de/index.php/blaetter/article/view/1085 <p><span style="font-weight: 400;">Wie kann kulturanthropologische Forschung die politischen Kämpfe sozialer Bewegungen unterstützen, ohne dabei andere wissenschaftliche Ziele aus den Augen zu verlieren? In diesem Beitrag gehen wir von unserer kollaborativen Forschung mit HIV/Aids-Aktivist*innen aus, um zu eruieren, wie Sozial- und Geschichtswissenschaften mit sozialen Bewegungen - politisch und wissensgenerierend - zusammenarbeiten können. Wir schlagen vor, Kollaborationen methodologisch als “friction” (Tsing 2013) zu denken, als spannungsreiche Begegnungen über Differenzen hinweg, die, obwohl in ihrem Ausgang stets unvorsehbar, über epistemologische und politische Potential verfügen. Anhand von Beispiele zeigen wir, wie</span><span style="font-weight: 400;"> eine engagierte Kulturanthropologie zu einer Politik der Koalitionsbildung beitragen kann, indem sie die Grenzen zwischen Wissensfeldern sowie zwischen Aktivismus und Wissenschaft überbrückt und dabei zugleich anerkennt, dass alle Beteiligten immer auch eigene, sich verändernde und nicht zwangsläufig deckungsgleiche Ziele verfolgen.</span></p> Friederike Faust Todd Sekuler Beate Binder Copyright (c) 2021 Berliner Blätter 2021-02-01 2021-02-01 83 49 65 The Anthropologist as Sparring Partner http://www.berliner-blaetter.de/index.php/blaetter/article/view/1062 <p>Anthropological fieldwork is a collaborative practice, based and reliant on interactions and relations of trust and exchange. Yet, it is limited and enabled by the openings and closings, the stability and instability of relations between interlocutors, fieldworkers, and the many things that matter in between and around these relations. This article reflects on a series of public conversations called gallery reflections, which were instigated as a collaborative ethnographic practice with and within the gallery of the institute of foreign cultural relations (ifa) in Berlin-Mitte. The series addressed the legacies of German colonial heritage and the public role of anthropology against the backdrop of the construction of the Humboldt Forum and museum transformations. Investigating the notion of the anthropologist as sparring partner, this article probes into possible ways of conceiving curatorial-ethnographic collaborations as ‘instigative public fieldwork’.</p> Jonas Tinius Copyright (c) 2021 Berliner Blätter 2021-02-01 2021-02-01 83 65 85 Formate des Ko-Laborierens http://www.berliner-blaetter.de/index.php/blaetter/article/view/1094 <p>Die Zusammenarbeit mit Akteur*innen im Feld ist spätestens seit den 1980er Jahren ein zentrales Thema ethnografischer Wissensproduktion. Allerdings ist in der Umsetzung von Kollaborationen meist folgender Zwiespalt zu beobachten: Varianten der Dekonstruktion und „Kritik von außen“ stehen Formen der engagierten oder aktivistischen Forschung gegenüber, die „von innen“ an vorab definierten Problemlösungen arbeiten oder epistemische Positionen des Forschungsfeldes übernehmen. Beide Pole können aus unserer Sicht die Frage nach gesellschaftlich wirkmächtiger Kritik aus den Sozialwissenschaften heute nicht ausreichend beantworten.</p> <p>Basierend auf zehn Jahren Zusammenarbeit mit Partner*innen im Feld der psychiatrischen Versorgung und Forschung, stellen wir in diesem Artikel drei unterschiedliche Formate des ko-laborativen – temporären und nicht an einem gemeinsamem, normativem Ziel orientierten – Zusammenarbeitens vor dem Hintergrund ihrer praktischen Durchführung detailliert vor. Wir diskutieren, wie praktische Formen des Zusammenarbeitens mit dem Forschungsfeld die Forschungssubjekte im Prozess der Wissensgenerierung als epistemische Partner*innen konzeptualisieren und damit auf eine Veränderung der ethnografischen Wissensproduktion im Forschungsprozess an sich abzielen. Wir argumentieren, dass durch situierte Konzeptarbeit gemeinsam mit anderen Akteur*innen die eigene Disziplin zentral weiter entwickelt und sozio-materielle Verhältnisse jenseits von distanzierter Kritik oder Perspektivübernahme mitgestaltet werden können.</p> Patrick Bieler Milena D. Bister Christine Schmid Copyright (c) 2021 Berliner Blätter 2021-02-01 2021-02-01 83 87 105 Reflexion als gefügte Praxis http://www.berliner-blaetter.de/index.php/blaetter/article/view/1103 <p>Ethnografische Forschung ist reflexiv, sowohl mit Blick auf die eigene Forschungspraxis als auch auf die eigene Person in einem gesellschaftlichen Kontext. <em>Wie</em> genau sie dies ist, wird selten diskutiert. Implizit wird diese Reflexivität häufig als eine individuelle geistige Haltung und Fähigkeit zur Kritik verstanden. Spätestens seit das ebenfalls umfänglich reflexive Forschungssubjekt in der Europäischen Ethnologie zum Regelfall geworden ist, bedarf es einer Überprüfung dieses Reflexivitätsverständnisses. Ich schlage hier vor, Reflexivität als gefügte Praxis zu verstehen und sie damit für empirische Forschung verfügbar zu machen. Reflexivität als gefügte Praxis dezentriert, erstens, Reflexivität als geistigen Prozess und etabliert stattdessen Reflektieren als konkrete materiell-semiotische Praktik. Zweitens dezentriert diese Perspektive das individuelle epistemische Subjekt zugunsten von Reflektieren als einer ko-laborativen Praxis. Drittens plädiert dieser Ansatz für ergebnisoffenes Reflektieren als Selbstzweck statt es gleichsam in den Dienst einer spezifischen Form der Kritik zu stellen.</p> Jörg Niewöhner Copyright (c) 2021 Berliner Blätter 2021-02-01 2021-02-01 83 107 116 Autor*innenverzeichnis http://www.berliner-blaetter.de/index.php/blaetter/article/view/1109 Friederike Faust Copyright (c) 2021 Berliner Blätter 2021-02-01 2021-02-01 83 117 118